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Gemeinde
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Basisdaten
Bundesland:
Schleswig-Holstein
Kreis:
Nordfriesland
Amt:
Nordsee-Treene
Höhe:
12m ÜNHN
Fläche:
19,64 km²
Einwohner:
1304 (30.06.2014)
Postleitzahl:
25876
Vorwahl:
04884
KFZ-Kennzeichen:
NF
Gemeindeschlüssel:
01 0 54 116
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Geschichte
Schwabstedt und seine Geschichte

Schwabstedt ist heute ein bekanntes Ausflugsziel an der Schleswig-Holsteinischen Westküste und kann auf eine lange und stolze Geschichte zurückblicken.

Nach den vielen Funden aus der älteren, mittleren und jüngeren Steinzeit kann man davon ausgehen, daß es schon um 5000 v. Chr. eine lockeren Besiedelung dieser lieblichen Landschaft gegeben hat.

Die älteste zur Zeit bekannte geschlossene Siedlung aus der jüngeren Steinzeit, um 2000 v. Chr., wurde 1950 beim Bau der Herzog-Ulrich-Schule freigelegt. Es kamen die Grundrisse zweier größerer Häuser, ein freistehender Feuerplatz und ein von tausenden von Flintsteinabbrüchen umgebener Steinamboß zum Vorschein. Etwas älter ist das 1966 freigelegte Kammerganggrab bei Focks Sandkuhle aus der Zeit um 2500 v. Chr.
Um Schwabstedt herum liegen viele Hünengräber. Selbst der Glockenturm der St. Jacobi-Kirche steht auf einem Erdhügel , einem vorgeschichtlichen Hünengrab ein Zeichen dafür, daß die christliche Kirche an einem heidnischen Thingplatz errichtet wurde.
Unter dem christlichen Altar der nach der Reformation abgebrochenen Marienkapelle im heutigen Westerende wurde im Jahre 1957 das Skelett eines heidnischen Toten freigelegt und geborgen. Das Skelett dieses ältesten Schwabstedter Vorfahren ist heute im Dr. Hans-Meyer-Museun ausgestellt,

Über den Namen Schwabstedt gibt es verschiedene Deutungen:
Die nüchterne Forschung nimmt an, daß die alten "-stedt"-Orte sächsische Gründungen sind, die mit Personennamen, in diesem Fall „Swabo" oder "swasi" oder ganz einfach "Schwabe", verbunden wurden. Den Schwabstedtern gefällt natürlich die Version über die lateinische Vokabel "suavis" in Verbindung mit "Stätte“ besser, lässt es doch die Deutung "liebliche Stätte“ zu.

Eine große Bedeutung kommt dem Jahr 1268 zu. In diesem Jahr wurde Schwabstedt Bischofssitz. Grund für uns, im Jahr 1993 das 725-jährige Jubiläum zu begehen.

Nach einer im Reichsarchiv in Kopenhagen befindlichen Urkunde, datiert auf den 20. November 1268, vereinnahmte der Herzog von Jütland "Erich" den Hof in Klein-Gottorf, das Dorf Groß-Gottorf mit Windmühle und die Güter in Arnholt des Bischofs von Schleswig. Der Bischof bekam dafür die Güter des Herzogs in der Südergoesharde, die "Andel" genannt werden Der Bischof hätte statt des "Andels" eigentlich einige Güter und Dörfer in Schwansen haben sollen, die waren jedoch an den Grafen Gerhard von Holstein, einem Onkel des Herzogs, verpfändet.

Die Historiker sind sich darüber einig, daß es sich bei dem "Andel der Südergoesharde" um das Kirchspiel Schwabstedt mit Umland handelt, ob der Tausch für den Bischof ein gutes Geschäft war und ob die ganze Sache für ihn ganz freiwillig ablief, sei dahingestellt. So kam der Bischof "Bundo" zu seinem Sitz und Besitz in Schwabstedt anstelle der verpfändeten Dörfer in Schwansen. Nach dem übersetzten Text der lateinisch abgefaßten Urkunde. "mit ungeschmälertem vollem Recht als Sicherstellung, solange bis jene Dörfer (in Schwansen) zur freien Verfügung selbst folgen". Sie folgten nie zur freien Verfügung. Scbwabstedt blieb mit Unterbrechungen fast 350 Jahre lang Bischofssitz.

In den ersten 20 bis 50 Jahren wird das Schloß von Schwabstedt als Sitz der Bischöfe gebaut worden sein. Es wurde mit einer Zickzack-Mauer und mit Gräben umgeben. Aber nicht nur das Schloß, sondern der ganze Ort in seinem damaligen Umfang wurden vom Bischof zeitweise zu einer befestigten Stadt gemacht und mit einem Wall und Graben umgeben.

Das Stadtwappen von Schwabstedt aus dem Beginn des 4. Jahrhunderts ist in Form einer bronzenen Siegelstampfe erhalten. Die Gemeinde führt dieses Wappen heute wieder - nicht ohne Stolz.

Der Ort durchlebte in der Bischofszeit viele Höher und Tiefen. Das Schloß war stets Zankapfel zwischen dem Bischof, den Holsteinern und dem Herzog. Es wurde nicht nur von Bischöfen, sondern auch von Raubrittern und Seeräubern bewohnt.

Der Letzte in Schwabstedt residierende Bischof Herzog Ulrich (1602-1624) galt als besonderer Wohltäter. Er schenkte der Kirche die Kanzel, die Taufe und die Orgelfassade. 1602 gründete er eine gehobene Schule.

Nach 1624 blieb das Schloß vorerst noch Amtshaus für das Amt Schwabstedt, dem damals neben dem Kirchspiel Schwabstedt die Vogtei Rödemis, Güter in Oldersbek, Rantrum, Rosendahl, Ohrstedt und Schwesing, das Kirchspiel Treia, die Vogtei Füsing und Schwansen, das Kirchspiel Bordelum, Güter auf Alsen, bei Düppel sowie in den Kreisen Apenrade und Hadersleben angehörten. Mit dem Amtssitz waren eine umfangreiche Verwaltung und die Gerichtsbarkeit verbunden. Der Amtssitz sicherte Schwabstedt eine hervorgehobene Stellung und eine gewisse Wirtschaftskraft.

Im Jahre 1702 wurde das Amt endgültig aufgelöst und die Verwaltungsfunktion nach Husum übertragen. Jetzt stellte man fest, dass vier Jahrhunderte hervorragende Bedeutung den Ort nicht zu übergebietlichen Mittelpunkt für Handel und Gemacht hatten.

Zu bischöflicher Zeit, noch zu Zeiten der Feldgemeinschaft z.B. im Jahre 1588, hatte Schwabstedt 21 Bauern- und 36 Kätnerstellen. Nach der Verkoppelung im Jahr 1783 waren es 105 Stavner- (Bauern) und 36 Insten- (Tagelöhner) stellen.

Die im Jahre 1753 gewährte Gewerbefreiheit sollte dem Ort offensichtlich wirtschaftliche Impulse geben. Sie bewirkte aber keinen Aufschwung, sondern führte zu einer fortwährenden Verarmung der Gewerbetreibende und der übrigen Bevölkerung mit bösen Nachwirkungen bis in die Mitte des nächsten Jahrhunderts hinein.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde das inzwischen baufällige Schloß abgerissen. Den Standort des Schlosses kann man heute noch bei "Schlonwarrt" sehen, dort und im "Hoppenhof" sieht man noch Teile des Schloßgrabens.

1834 beherbergte Schwabstedt 10 Schmiede, 2 Pflugmacber, 10 Krüge, 8 Höker, 2 Weißbäcker, 2 Grobbäcker, 8 Tischler und Zimmerleute, 2 Rademacher, 1 Seiler, 7 Schuster, 8 Schneider, 17 Weber und einen Branntweinbrenner.

Die Bauern- und Katenstellen waren seit 1783 konstant geblieben. Der Landvogt Kramer beklagt im Jahre 1836 im Husumer Amtshaus, daß "letzte Ursache der Verarmung und der Sittenlosigkeit in Schwabstedt die bestehende Fleckensgerechtigkeit sei, welcher zufolge sich jeder verunglückte Professionist (Handwerker) uneingeschränkt in Schwabstedt niederlassen könne". Eine viel zu große Bevölkerung sei auf einem zu kleinen und zu dicht besiedelten Raum zusammengedrängt (203 Familien mit 804 Köpfen in 144 Häusern). Nur wenige seien wohlhabend, die übrigen nicht viel mehr als Bettler. Die unzweckmäßige Zunftfreiheit des Ortes ziehe eine Unzahl von Handwerkern, Fremden, Umhertreibern und Vagabunden, die anderswo kein Unterkommen finden könnten, hierher, gegen deren Aufnahme seitens der Fleckens-Commüne nichts geschehe. Vermöge der Gerechtigkeit der freien bürgerlichen Nahrung treibe sich im Flecken Schwabstedt eine Bier- und Branntweinschenke an die andere und sie seien Spelunken der Liederlichkeit."

Die beiden Pastoren malten zu dieser Zeit ein entsetzliches Gemälde von Sittenlosigkeit, Rohheit und Schlechtigkeit und es stimme, daß Schwabstedt schon seit Jahren mit Sodom und Gomorra verglichen werde. Im Husumer Amtshaus hielt man die Schilderungen der Prediger und des Landvogtes allerdings für übertrieben, und die Bevollmächtigten des Fleckens, also die Schwabstedter selber, nannten die Darstellungen von den greulichen und schauerlichen Zuständen pure Einbildung.

Von den Wirren des dreißigjährigen Krieges, des nordischen Krieges, der napoleonischen Kriege und der Schleswig-Holsteinischen Erhebung gegen die Dänen wurden die Einwohner mit interschiedlicher Intensität heimgesucht.Wenn nicht die Kriege, dann sind es die verschiedenen Großfeuer gewesen, die uns heute in Schwabstedt trotz seiner alten und reichhaltigen Geschichte nach alter Bausubstanz suchen lassen.

Mit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts stellte sich eine wirtschaftliche Besserung ein und Schwabstedt entwickelte sich zu einem aufstrebenden Gemeinwesen.

Die 1886 gebaute Chaussee nach Husum erlaubte einen regelmäßigen Personenverkehr mit Pferdeomnibussen. 1910 wurde Schwabstedt Bahnstation mit der Eröffnung der Bahnlinie Husum-Rendsburg. Die seit 1892 bestehende Wasserleitung für 13 Interessenten entlang der Großstraße wurde 1911 in eine zentrale Wasserversorgung für das ganze Dorf erweitert. Von 1908 bis 1923 bestand eine Acetylengasanlage für Straßenlaternen und Hausanschlüsse, die 1923 von der Versorgung mit elektrischem Strom abgelöst wurde. Teilweise befestigte Straßen gab es in Schwabedt schon im Mittelalter. Die 1842 bis 1850 mit Katzenköpfen gepflasterten Dorfstraßen wurden 1914 durch den Einbau von Basaltquadern in der Straßenmitte verbessert. 1964 bis 1967 wurden alle Straßen autogerecht mit einer Teerdecke versehen.

1864 bzw. 1867 war man preußisch geworden und 1871 wurde der König von Preußen Deutscher Kaiser. Wie überall im Kaiserreich mehrte sich auch in Schwabstedt der Wohlstand. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges im Jahre 1918 dachte man vaterländisch, Die Inflation Anfang der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts und die Weltwirtschaftskrise Ende der zwanziger/Anfang der dreißiger Jahre scheinen Handel und Gewerbe und die eher kleinhäuerlich strukturierte Landwirtschaft hier relativ gut überstanden zu haben.

Bis in die fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts hinein war es hier so, daß bei den meisten Gewerbetreibenden und unselbständig Beschäftigten die Kuh und das Schwein im Stall wesentlich zur Befriedigung der täglichen Grundbedürfnisse beitrugen.

Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges kamen auch bei uns die Trecks mit den Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem deutschen Osten an. Die vielen Menschen, die Hab und Gut verloren hatten und Haus und Hof verlassen mußten, konnten zu Anfang nur mehr schlecht als recht untergebracht und versorgt werden, Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts lag die Bevölkerungszahl von Schwabstedt konstant zwischen 750 und 800. 1945 wurden jedoch l382 Einwohner gezählt, davon 705 Einheimische und 765 Flüchtlinge. Mit dem Beginn des Wiederaufbaues haben weit über die Hälfte der Flüchtlinge Schwabstedt wegen des besseren Arbeitsplatzangebotes in Richtung Westen und Süden der Bundesrepublik wieder verlassen.

Mit dem beginnenden Wirtschaftswunder ging es auch den Schwabstedtern wieder besser.

Aber der von uns allen miterlebte und sich weiter fortsetzende Strukturwandel in Handel, Gewerbe und Landwirtschaft bringt es mit sich, daß immer weniger Menschen ihre Arbeit hier im Dorf oder dem Kirchspiel Schwabstedt haben. Schwabstedt wird immer mehr Wohnort und immer weniger Arbeitsort.
Im Lauf der letzten 725 Jahre hat sich auch bei uns vieles verändert. Das einzig Konstante ist die Einbettung des Ortes in die liebliche Landschaft zwischen Geest und Marsch, mit sanften Hügeln, umrahmt von Treene, Wald und Moor.


(Aus dem Vortrag des damaligen Bürgermeisters Bahne Thomsen anlässlich der 725 Jahrfeier)
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