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Geschichte

Ein prähistorisches Messer aus Hirschgeweih, Utensilien aus Feuerstein, ein jungsteinzeitliches Ganggrab und verschiedene Grabhügel, Messer und Dolche aus der Bronzezeit sowie römische Scherben und Gefäßreste: Schon vor über 5000 ​ Jahren besiedelten Menschen das heutige Schwabstedter Gemeindegebiet und hinterließen zahlreiche Spuren aus verschiedenen Epochen.

Ein rekonstruiertes Ganggrab befindet sich am Rande des Thomsen-Waldes aus Richtung Böwer Camp. Es stammt aus der Jungsteinzeit, als die Menschen ihre Äcker bestellten und sich Vieh hielten. Das steinerne Grab liegt leicht erhöht. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über das weite Marschland von Eider und Treene.

Besonders eindrücklich ist der einstige Grabhügel an der Schwabstedter St.-Jacobi-Kirche. Dieser Hügel, auch „Glockenberg“ genannt, stammt aus der Bronzezeit und wurde noch nicht geöffnet. (Es gibt auch noch eine Anhöhe namens Glockenberg in der Gemeinde Hude). Vielleicht war der Hügel an der Schwabstedter Kirche eine Kultstätte, vielleicht aber auch die letzte Ruhestätte eines Kriegerfürsten mit seinem Pferd. Das Geheimnis wartet noch auf seine Enthüllung. Seit 1777 steht der hölzerne Glockenturm der Kirche auf dem etwa 5000 Jahre alten Hügelgrab. Von dort oben kann man die Störche zur Brutzeit in ihrem Nest beobachten und die schöne alte Kirche bewundern.

Gefäßreste aus der eisenzeitlichen Jastorf-Kultur sowie römische Glasscherben belegen Siedlungsaktivitäten aus dem 3.und 4. Jahrhundert nach Christus. In der Wikingerzeit ca. 800 – 1100 nach Christus verlief ein wichtiger Handelsweg von der Nordsee über Eider und Treene nach Hollingstedt. Von dort ging es über Haithabu und auf der Schlei weiter Richtung Ostsee. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Wikinger in Schwabstedt mit seiner exponierten Lage an der Treene einen Handelsplatz betrieben.

Um 1160 wurde die Kirche St. Jakobi aus Feldsteinen erbaut. Sie gehört zu den ältesten Kirchenbauten Nordfrieslands. Ab dem 13. Jahrhundert wurde Schwabstedt zur bischöflichen Residenz. 1318 wird der befestigte Bischofssitz erstmals als „Svauestath“ bezeichnet. Die Bischöfe ließen das Schloss und den umgebenden Ort ausbauen. Siegel aus dem Mittelalter deuten auf Stadtrechte in jener Zeit hin.

Die Gemeinde führt ihr historisches Siegel im Wappen, dessen Bedeutung sich auf die mittelalterliche Geschichte des Ortes bezieht. Die Burg erinnert an den Sitz der Schleswiger Bischöfe seit 1268. Die Schlüssel sind die Kennzeichen des Heiligen Petrus, des Schutzpatrons des Schleswiger Bistums. Die Schlüsselbärte, gestaltet als Kerze und Kreuz, verweisen auf die geistlichen Wurzeln.

Nach der Reformation wurde aus den bischöflichen Besitzungen das „Landesherrliche Amt Schwabstedt“. Der Amtmann residierte im Schloss. 1702 wurden die Ämter Schwabstedt und Husum zusammengelegt. Das Schloss in Schwabstedt hatte nun keine Funktion mehr und wurde abgerissen. Mit einem Teil der Steine wurde die Straße nach Seeth gepflastert, ein Teil wurde für den örtlichen Gebäudebau verwendet.

Zum Kirchspiel Schwabstedt mit seinen Ortsteilen Hollbüllhuus, Schwabstedter Westerkoog und der Siedlung Lehmsiek gehören heute die Nachbargemeinden Fresendelf, Wisch, Ramstedt, Süderhöft und Hude, die jeweils eigenständige Ortsverwaltungen haben. Der historische Begriff „Kirchspiel“ hat keine verwaltungsrechtliche Bedeutung mehr. Er bezeichnet heutzutage die umliegenden Ortschaften, die zur Kirchengemeinde Schwabstedt gehören.

Einblicke in die Dorfgeschichte Schwabstedts gewährt das „Dr. Hans-Meyer-Heimatmuseum“ im Treenehaus (An der Treene 11) mit Exponaten und Expertise. Außerdem gibt es ein umfangreiches Archiv zur Geschichte des Ortes.

Das Museum im Treenehaus ist nur bei Bedarf geöffnet. Ansprechpartner für die Ausstellung ist Jürgen Meyer, Telefon 04884 283.

Das Archiv des Museums wurde digitalisiert. Wenn Sie dazu Fragen haben, schreiben Sie eine E-Mail an Meyermuseum@outlook.de.

Weitere Einzelheiten zur Geschichte Schwabstedts gibt es bei Wikipedia – Schwabstedt.